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Mitternacht ist Filmzeit! Doch was als nächtliches Kino-Vergnügen geplant war, wird binnen einer Vorstellung zum absoluten Albtraum. Anknüpfend an die gute alte Slasher-und Horrortradition lässt Midnight Movie weder Spannung noch eine gehörige Portion Blut vermissen. Ein echter Schocker, der sich aber nicht nur aufs pure Metzeln verlegt, sondern durchaus auch einige interessante Aspekte außerhalb der üblichen Effekte bietet.
Regisseur Jack Mesitt lt in seinem Erstlingswerk aus dem Jahre 2008 eine gute, alte US-Tradition aus den 1970er Jahren wieder aufleben, nach welcher er auch seinen Film benannt hat: So genannte Midnight Movies waren ein Phänomen der amerikanischen Filmszene: Damals avancierten Filme, die mit äußerst geringen Budget gedreht oder seit vielen Jahren in der Versenkung verschwunden waren, zu absoluten Kultfilmen, die teilweise einen bemerkenswerten Einfluß auf die Gesellschaft und die Filmbranche ausübten. Streifen wie Eraserhead, das Debüt von Star-Regisseur David Lynch oder der Zombie-Klassiker Night of the Living Dead von George A. Romero gehören u.a. in diese Kategorie. Die Vorstellungen begannen immer gegen Mitternacht und oftmals wurden die Zuschauer erstmals mit skurrilen oder grenzwertigen Szenen wie Kannibalismus oder Inzest konfrontiert.
In Midnight Movie wird also ein solches Film-Fossil wieder an die Oberfläche gespült: Vierzig Jahre gab es aus gutem Grunde keine öffentliche Aufführung des Low-Budget-Horrorfilms Dark Beneath. Der Schöpfer des Films ist nämlich ein durchgedrehter Mörder, der jahrelang in einer Irrenanstalt einsaß. Doch jetzt gibt es endlich wieder eine Vorstellung, die, na klar, um Mitternacht im örtlichen Kino stattfinden soll. Trotzdem ist das Kino nicht übermig gefüllt: Eine Gruppe Jugendlicher, ein übergewichtiger Rocker mit Freundin, ein kleiner Junge, der sich heimlich rein geschlichen hat und zwei Polizisten wollen sich das Movie ansehen. Letztere, weil man hofft, dass der psychopathische Regisseur des Filmes sich blicken lassen wird, denn der ist ja ein gesuchter Verbrecher und mittlerweile aus dem Gewahrsam entflohen. Der Film ist lustig und blutig, die Leute amüsieren sich. Was sie nicht wissen ist, dass neben ihnen auch noch ein blutrünstiger Killer Platz genommen hat. Und nach einiger Zeit passiert dann auch etwas Seltsames: Einer der Zuschauer, der gerade auf Toilette gegangen ist, wird im Film niedergemetzelt. Wie geht das denn ?
Anfangs glaubt man noch an einen kleinen Scherz der Kinobesitzer, aber flugs macht sich großes Entsetzen breit. Sie finden heraus, dass es sich nämlich nicht nur um einen Spaß handelt. Das Kino ist verschlossen, niemand kann hinaus. Und die Reihen im Kino beginnen sich auf blutigste Art und Weise zu lichten. Der Killer mit der Totenmaske kennt keine Gnade. Mit seiner Waffe im Stil einer scharfkantigen Spirale mit Griff durchbohrt er seine Opfer der rote Lebenssaft fließt in Strömen.
Gefangen zwischen der Realität und dem Flimmern des Horrorstreifens werden die Jugendlichen bald zum Opfer in ihrem eigenen Film, denn das mörderische Ungetüm schleift seine Beute danach durch den Film auf der Leinwand. Wer treibt hier bloß sein böses Unwesen? Kann man dem Schrecken doch noch ein Ende bereiten bevor alle getötet werden?
Midnight Movie aus dem Hause NewKSM ist ein Horror-Streifen der besonderen Art. 75 Minuten tappt der Zuschauer im Dunkeln. Was wird hier bloß gespiel? Meisterhaft werden die Handlungsebenen miteinander verknüpft. Bald weiß niemand mehr, was Realität oder Fiktion ist. Der Film-im-Film läuft immer weiter und das Blut beginnt zu fließen. Meisterhaft!
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